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Bodentreppe — Grundriss-Variante

Kategorie: Grundriss-Variante

Klappbare oder ausziehbare Treppe in der Geschossdecke — wie sie funktioniert, welche Maße gelten und wann sich der Aufwand lohnt.

Definition

Eine Bodentreppe ist eine zusammenklappbare oder ausziehbare Treppe, die in einem Futterkasten in der Geschossdecke sitzt und nur bei Bedarf heruntergeklappt wird. Sie erschließt Räume, die nicht dauerhaft begangen werden — typischerweise Spitzböden, Lagerflächen oder kalte Dachräume. Im eingefahrenen Zustand verschwindet die Konstruktion bündig in der Decke, sodass darunter die volle Raumhöhe und Verkehrsfläche erhalten bleibt. Synonyme sind Dachbodentreppe, Speichertreppe oder Einschubtreppe, wobei letztere streng genommen nur eine Bauart bezeichnet.

Normen & Vorgaben

Der Einsatz ist immer dann sinnvoll, wenn ein Bodenraum oder Speicher erreichbar sein soll, ohne dass eine vollwertige feste Treppe Wohnfläche im darunterliegenden Geschoss kostet. Damit grenzt sich die Bodentreppe klar von der dauerhaft installierten Geschosstreppe ab: Sie ist baurechtlich keine notwendige Treppe, und darf nicht zu Aufenthaltsräumen führen. Sobald oben ein ausgebauter Wohn- oder Arbeitsraum entsteht, wird eine reguläre Treppe Pflicht. Konstruktiv lassen sich drei Bauarten unterscheiden: Klapptreppen mit zwei oder drei gefalteten Segmenten, Scherentreppen mit ziehharmonika-artiger Gelenkmechanik aus Metall und Einschubtreppen, deren Lauf teleskopartig in den Futterkasten eingeschoben wird. Übliche Deckenöffnungen liegen zwischen 60 × 110 cm und 70 × 140 cm, abhängig von Raumhöhe und gewählter Bauart. Auch sehr steile Neigungswinkel um 65 bis 75 Grad sind hier — anders als bei festen Treppen — bauartbedingt zulässig.

HTS-Praxis

In der DIN 18065 sind Bodentreppen als eigene Kategorie aufgeführt. Für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen gilt eine nutzbare Laufbreite von mindestens 50 cm, eine maximale Steigung von 210 mm und ein Mindest-Auftritt von 210 mm. Liegt der Auftritt unter 240 mm, muss eine entsprechende Unterschneidung die fehlende Trittflächenbreite ausgleichen. Diese Werte zeigen den Charakter der Bauart deutlich: schmaler, steiler und mit kleineren Stufen als eine reguläre Wohnungstreppe — eben nur für gelegentliche Nutzung gedacht. Bauaufsichtlich gelten Bodentreppen ausdrücklich nicht als Zugang zu Aufenthaltsräumen.

Pflege & Hinweise

Wir fertigen und liefern Bodentreppen vor allem als ergänzende Lösung bei Renovierungen oder bei knappen Raumsituationen, in denen eine feste Treppe zum Spitzboden nicht vertretbar wäre. Eingesetzt werden je nach Anforderung Massivholzausführungen aus Kiefer oder Fichte, lackierte Buchen-Klappkonstruktionen oder Metallvarianten für höhere Lasten. Vor der Bestellung messen wir die Deckenstärke, die lichte Raumhöhe oben und unten sowie den freien Ausklappraum vor der Öffnung — diese vier Maße entscheiden darüber, welche Bauart und welche Lauflänge passen. Wichtig ist immer der wärmegedämmte Futterkasten: Eine ungedämmte Deckenluke wirkt wie ein offenes Fenster zum kalten Dachraum und führt zu spürbarem Energieverlust sowie Kondensatproblemen an der Lukenunterseite. Wir achten deshalb auf umlaufend dichtende Profile, einen gedämmten Deckel und einen U-Wert, der zur Gebäudehülle passt. Optional liefern wir Geländerstangen am Treppenkopf, rutschhemmende Trittprofile und einen Zuggriff in passender Holz- oder Metalloptik.

Verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe: Scherentreppe, Einschubtreppe, Futterkasten, Deckenöffnung, Ausklappraum, DIN 18065.

Weiterlesen

  • Massivholztreppen nach Maß →

    Alles zu Bauarten, Materialien, Oberflächen und Prozess auf einer Seite.

  • Treppenstufen-Austausch und Sanierung →

    Beton-Verkleidung, Metall-Sanierung und Einzelstufen-Austausch.

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