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HTS Holz-Treppen-Stufen

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Faltwerktreppe — Grundriss-Variante

Kategorie: Grundriss-Variante

Skulpturale Treppe ohne Wangen – Tritt- und Setzstufen sind zickzackförmig verleimt und tragen sich selbst oder über das Geländer.

Definition

Die Faltwerktreppe ist eine Sonderbauart, bei der Tritt- und Setzstufen abwechselnd in Horizontal- und Vertikalebene angeordnet und direkt miteinander verleimt werden – ein fortlaufendes Zickzack-Profil, das ohne klassische seitliche Wangen auskommt. Der Name leitet sich vom Faltprinzip ab: Denkt man das Holz als durchgehende Platte, die abwechselnd waagerecht und senkrecht umgeklappt wird, entsteht exakt diese Form. Das Ergebnis ist eine Treppe mit ausgeprägter skulpturaler Wirkung, die im Raum zu schweben scheint.

Einordnung & Relevanz

Als Treppenform passt die Faltwerktreppe besonders zu offener, moderner Architektur, Designhäusern und Neubauten, in denen die Treppe bewusst als zentrales Gestaltungselement inszeniert werden soll. Gegenüber der Wangentreppe fällt das seitliche Holzvolumen vollständig weg, gegenüber der Bolzentreppe entfällt das Metallgerüst aus Wandbolzen und Trägern. Beide Eigenschaften zusammen erzeugen eine optische Leichtigkeit, die mit keiner anderen Holzbauart erreicht wird. In Räumen mit begrenzter Breite kann der fehlende Wangenüberstand außerdem nutzbare Zentimeter freisetzen.

Normen & Vorgaben

Ein Statik-Nachweis ist bei Faltwerktreppen grundsätzlich erforderlich – das unterscheidet diese Bauart von konventionellen Wangenkonstruktionen. Es gibt zwei grundlegende Konstruktionsprinzipien: Bei der aufgesattelten Variante flankieren schlanke Wangen den Treppenlauf als statische Stütze; die Verleimung der Stufen wird damit entlastet und Fertigungstoleranzen bleiben beherrschbarer. Die freitragende Variante verzichtet vollständig auf Wangen und überträgt die Lasten ausschließlich über das Geländer sowie die Anschlüsse an Antritt und Austritt in den Rohbau. Letztere erfordert präzisere Planung, dickeres Material und massivere Verankerungen.

HTS-Praxis

Bei HTS werden die Verleimungsflächen zwischen Tritt- und Setzstufe mit CNC-Präzision gefräst und stumpf zusammengefügt, anschließend mit 16-Millimeter-Dübeln verstärkt. Typische Materialstärken liegen je nach Spannweite zwischen 40 und 60 mm. Die Holzfeuchte beim Verleimen muss exakt eingehalten werden, da im integralen Verbund deutlich höhere Spannungen entstehen als bei einzeln gelagerten Stufen. Gegenüber einer Wangentreppe verlängert sich die Fertigungszeit dadurch um ein bis zwei Wochen. Aufgrund der integralen Konstruktion sind Kantenschäden – etwa durch Stoß während der Bauphase – schwerer zu reparieren als bei einzeln aufliegenden Trittstufen; ein guter Bauschutz bis zur Abnahme ist daher Pflicht.

Definition

Typische Holzarten bei HTS sind Eiche, Esche und Buche; als Oberfläche bewährt sich Hartwachsöl, da es an Kanten und Verleimungsfugen nachbearbeitet werden kann. Hochglänzender Lack ist möglich, hebt aber Verleimfugen stärker hervor als Öl. In Kombination mit einem Edelstahlgeländer oder einer Füllung aus Verbundsicherheitsglas entsteht der charakteristische minimalistische Auftritt, für den die Faltwerktreppe bekannt ist. Pflegeseitig ist die Faltwerktreppe nicht aufwändiger als eine konventionelle Holztreppe – allerdings lassen sich lokale Kratzer an den Verleimfugen nicht so einfach ausbessern wie auf einer einzelnen Massivholzfläche. Wer eine Faltwerktreppe plant, sollte diesen Aspekt bei der Wahl der Holzart berücksichtigen: Eiche mit ihrer ausgeprägten Maserung kaschiert kleine Schäden besser als ruhigere Hölzer wie Buche oder Esche.

Verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe: Wangentreppe (Oberbegriff), Bolzentreppe, Mittelholmtreppe, Freitragende Treppe, Bauschutz, Faltwerktreppe auf Mittelholm.

Weiterlesen

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