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HTS Holz-Treppen-Stufen

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Lichtraumprofil — Fachsprache im Detail

Kategorie: Fachsprache im Detail

Der unsichtbare Schutzraum über jedem Treppenlauf — wie viel Luft braucht der Kopf wirklich, und wo lauern die typischen Stolperfallen?

Definition

Das Lichtraumprofil bezeichnet den Raumkorridor, der ober- und seitlich des Treppenlaufs frei von Bauteilen, Installationen und Einbauten bleiben muss. Damit eine Treppe sicher und ohne Verrenkungen begangen werden kann, definiert dieses Profil die senkrechte Kopffreiheit über jeder einzelnen Stufe sowie den seitlichen Bewegungsraum in voller Laufbreite. Synonym wird gelegentlich von Treppen-Lichtraum oder vom freizuhaltenden Gehbereich gesprochen — gemeint ist immer dieselbe gedachte Hülle um den Lauf.

HTS-Praxis

Im Planungsalltag ist das Lichtraumprofil ein klassischer Stolperstein. Sobald eine Treppe an Deckenöffnungen, Podestunterkanten, Dachschrägen oder niedrigen Stürzen vorbei führt, kollidiert der Anspruch an freie Durchgangshöhe schnell mit der vorhandenen Bausubstanz. Auch Heizungsrohre, Lüftungskanäle oder nachträglich montierte Lampen, die in den Treppenraum geführt werden, schmälern das Profil. Wir messen den Lichtraum lotrecht von der Vorderkante jeder Trittstufe nach oben — und zwar an jeder Stelle der Treppenflucht, nicht nur an einem Referenzpunkt. Eine einzige Engstelle reicht aus, um die gesamte Treppe sicherheitstechnisch in Frage zu stellen, und jede nachträgliche Korrektur am Rohbau kostet ein Vielfaches gegenüber einer sauberen Vorabprüfung.

Normen & Vorgaben

Nach DIN 18065 muss die lichte Durchgangshöhe über dem Treppenlauf grundsätzlich mindestens 200 cm betragen. In der Praxis bewährt sich ein Maß von 210 cm deutlich besser, weil der Oberkörper beim Abwärtsgehen leicht nach vorne kippt; gemessen wird dann nicht streng senkrecht, sondern in einem Neigungswinkel von etwa 10°. Für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohneinheiten sowie für Treppen innerhalb einer Wohnung erlaubt die Norm eine 45°-Schräge im oberen Bereich des Lichtraumprofils. Das vergrößert den Spielraum vor allem bei Treppen unter Dachschrägen oder an Trapezöffnungen. Bei notwendigen Treppen in größeren Gebäuden gilt diese Ausnahme nicht — dort bleibt das Profil bis nach oben rechteckig, und weder ein Sturz noch eine durchgehende Rohrleitung dürfen den Korridor an irgendeiner Stelle verengen.

HTS-Praxis

In der HTS-Werkstatt prüfen wir das Lichtraumprofil schon beim Aufmaß, lange bevor der Aufriss gezeichnet wird. Wir tragen alle Teilschichten ein — Estrich, Fußbodenbelag, Putz und Wärmedämmung —, kontrollieren die Lage übereinanderliegender Geschossdeckenöffnungen und prüfen, ob die Treppenaussparung wirklich rechtwinklig liegt. Auch Fenster- und Türöffnungen am Treppenraum werden eingemessen. Bei knappen Verhältnissen verschieben wir Antritt oder Austritt um wenige Zentimeter, passen den Steigungswinkel an, fügen ein Zwischenpodest ein oder schlagen eine engere Wendelung vor. Besonders aufmerksam sind wir bei Podestunterkanten, die in den Treppenraum hineinragen — sie verursachen die typischen Kopfanstoß-Unfälle. Auch der Gehbereich von zwei Zehnteln der nutzbaren Laufbreite, in dem die Lauflinie liegt, gehört in die Prüfung; auf ihm wird die Auftrittsbreite aus dem ermittelten Steigungsverhältnis abgetragen. Erst wenn das Profil vollständig frei ist, geht das Werkstück in die Fertigung.

Verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe: DIN 18065, Deckenöffnung, Kopfhöhe, Lichte Höhe, Lauflinie, Treppenplanung.

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