Betontreppe — Grundriss-Variante
Kategorie: Grundriss-Variante
Stahlbeton als tragende Treppenstruktur — und warum Betontreppen fast immer mit Holzbelag fertiggestellt werden, statt im Rohzustand zu bleiben.
Definition
Eine Betontreppe ist eine Treppenanlage, deren tragendes Skelett aus Stahlbeton besteht — entweder als Ortbeton-Konstruktion, die zusammen mit dem Rohbau gegossen wird, oder als Fertigteil, das vorproduziert angeliefert und eingebaut wird. Betontreppen entstehen im Regelfall während des Rohbaus, sind nach dem Ausschalen sofort begehbar und übernehmen auf der Baustelle frühzeitig die Funktion einer Arbeitstreppe. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten bleibt ihre Oberfläche aber zunächst roh — für ein Wohnumfeld ist das weder haptisch noch optisch ein abgeschlossener Zustand.
Einordnung & Relevanz
Im Wohnungsbau werden Betontreppen deshalb fast ausnahmslos mit einem Oberbelag fertiggestellt. Holz ist dabei das am häufigsten gewählte Material: Massive Trittstufen aus Eiche, Buche oder Esche werden direkt auf den Beton aufgelegt, verklebt oder verschraubt; Setzstufen und Seitenverkleidungen vervollständigen die sichtbare Fläche, bis kein Beton mehr zu sehen ist. Das Ergebnis ist eine Treppe, die optisch und haptisch einer vollständig aus Holz gefertigten Anlage gleichwertig ist — die Lastabtragung liegt jedoch weiterhin vollständig im Beton. Diese Ausführungsart wird als Belagtreppe bezeichnet. Alternativen zum Holzbelag sind Naturstein, Keramik, Epoxid oder Teppich; Holz wird jedoch wegen seiner Wärme, Haptik, akustischen Wirkung und gestalterischen Vielfalt am häufigsten gewählt.
Normen & Vorgaben
Vor allem im Vergleich zu einem vollständigen Holztreppenneubau bietet die Kombination aus Betonkonstruktion und Holzbelag eine Reihe praktischer Vorteile. Die tragende Struktur ist vom Rohbau aus bereits vorhanden und muss nicht neu geplant, beschafft oder eingebaut werden. Die Holzbeläge können nach Abschluss der übrigen Innenarbeiten aufgebracht werden, was das Risiko von Beschädigungen durch Folgegewerke deutlich reduziert. Montagezeit und Logistik sind gegenüber einem Treppenneubau erheblich geringer — bei einem normalen Einfamilienhaus mit einer Treppe liegt die Montagezeit für den Holzbelag bei ein bis zwei Tagen vor Ort. Bei Sanierungen im Bestand — Altbauten mit gemauerten oder gegossenen Stufen, die statisch einwandfrei sind, aber eine veraltete Oberfläche haben — ist die Belagtreppe auf Basis der vorhandenen Betonkonstruktion häufig die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.
HTS-Praxis
Bei HTS sind Betontreppen als Basis häufig anzutreffen — sowohl im Neubau als auch in der Bestandssanierung. Wir messen jede Betonstufe einzeln auf, weil Toleranzen beim Betonieren in der Regel mehrere Millimeter betragen und sich über einen mehrläufigen Lauf summieren können. Diese Maßdifferenzen sind im Betonbau üblich und akzeptiert, für einen passgenauen Holzbelag müssen sie aber beim Zuschnitt berücksichtigt werden. Die Holzstufen werden auf Basis dieser Einzelmaße CNC-gefräst und passgenau montiert. Als Verbindungsmittel setzen wir elastische Klebstoffe ein, die die unterschiedliche Thermik und Feuchtereaktion von Beton und Holz ausgleichen, ergänzt durch verdeckte Verschraubungen zur dauerhaften Lagesicherung.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Belagtreppe, Treppenrenovierung, Trittstufe, Setzstufe, Trittschallschutz.
