Trittstufe — Bauteil der Lauffläche
Kategorie: Bauteil der Lauffläche
Die waagerechte Fläche jeder Stufe — welche Holzarten, Stärken und Verbindungsarten HTS einsetzt und was DIN 18065 dazu vorschreibt.
Definition
Die Trittstufe ist die horizontale Trittfläche einer Treppenstufe — das Bauteil also, auf das der Fuß beim Auf- und Absteigen gesetzt wird. Im Holztreppenbau besteht sie aus einer Holzplatte, die je nach Konstruktion in Wangen eingestemmt, auf Zahnwangen aufgesattelt oder auf einen Holm geschraubt wird. Als Stufenoberfläche ist die Trittstufe das meistbeanspruchte Einzelteil einer Treppe und damit ein Qualitätsmerkmal, das sich optisch, haptisch und akustisch im Alltag zeigt.
Einordnung & Relevanz
Das Maß zwischen Vorderkante und Hinterkante der Trittstufe in Gehrichtung heißt Auftritt; das senkrechte Maß zur nächsten Stufe heißt Steigung. Die Ausladung bezeichnet den Überstand der Trittstufe über die Setzstufe oder die Wangenvorderkante hinaus — üblicherweise 15 bis 25 mm. Dieser Überstand vergrößert die nutzbare Tritttiefe, ohne den geometrischen Auftritt zu verändern, und ist heute bei offenen wie geschlossenen Treppen Standard.
Normen & Vorgaben
DIN 18065 regelt für notwendige Treppen in Wohngebäuden einen Mindestauftritt von 26 cm und schreibt vor, dass alle Stufenhöhen innerhalb eines Treppenlaufs gleich sein müssen — Toleranz maximal 5 mm. Für Holzbauteile gilt ergänzend DIN 4074-1, die Sortierklassen für Nadelschnittholz definiert und für sichtbare Holzteile Regelungen zur Astqualität enthält. Beide Normen setzen den Rahmen, innerhalb dessen HTS die Stärken und Qualitätsstufen wählt.
HTS-Praxis
Bei HTS werden Trittstufen aus Massivholz oder keilgezinkten Leimholzplatten gefertigt. Massivholzstufen aus einem oder zwei breiten Bohlen bieten ruhige Maserung und hohe Optikqualität; keilgezinkte Platten sind dimensionsstabiler und wirtschaftlicher, zeigen aber die charakteristischen Verbindungsfugen. Typische Stärken liegen bei 40 mm für Wangentreppen und aufgesattelte Konstruktionen sowie bei 20 bis 30 mm für Belagtreppen, bei denen eine tragende Betonunterkonstruktion die Last übernimmt. Eingesetzte Holzarten sind vor allem Eiche, Buche, Esche und Ahorn — alle mit einer Brinellhärte über 25 N/mm², was dauerhafter Beanspruchung standhält. Weichere Hölzer wie Kiefer scheiden für stark genutzte Treppen aus, weil sie schnell eintreten.
Die Vorderkante jeder Trittstufe wird mit einer Fase oder einem Radius von 3 bis 8 mm gebrochen; scharfe Kanten brechen unter Last aus und stellen ein Verletzungsrisiko dar. Auf Wunsch fräst HTS eine leichte Strukturierung in die Oberfläche ein, die das Rutschrisiko bei nassen Sohlen reduziert, ohne das Erscheinungsbild der Holzoberfläche zu beeinträchtigen. Oberflächen werden je nach Kundenwunsch geölt, gewachst oder lackiert — bei stark beanspruchten Treppen empfehlen wir einen Hartwachsöl-Aufbau, da er sich im Verschleißfall partiell nacharbeiten lässt, ohne die gesamte Treppe schleifen zu müssen. Die Verbindung zwischen Trittstufe und Wangen erfolgt je nach Bauart durch Einleimen in Nuten, Aufschrauben auf Zahnnuten oder Anschrauben über Winkelbleche unter der Stufe. Bei gewendelten Läufen mit Keilstufen werden die Trittstufen aus einem Stück gearbeitet oder schräg abgelängt, sodass Vorder- und Hinterkante parallel zur Wange verlaufen.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Auftritt (Treppenauftritt), Setzstufe, Ausladung, Astqualität, Wangen, Stufenstärke.
