DIN 68368 — Regelwerk-Referenz
Kategorie: Regelwerk-Referenz
Welche Sortierregeln entscheiden, ob ein Brett überhaupt als Treppenholz verkauft werden darf – und warum die Norm im Innenausbau Maßstab bleibt.
Definition
DIN 68368 ist die deutsche Güteanforderung für Laubschnittholz, das im Innenausbau und besonders im Treppenbau verarbeitet wird. Die Norm beschreibt, wie Schnittholz aus heimischen und außereuropäischen Laubhölzern – etwa Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Kirschbaum oder Nussbaum – sortiert, vermessen, getrocknet und gekennzeichnet wird. Sie bildet damit das gemeinsame Vokabular zwischen Sägewerk, Holzhandel und Treppenbauer und entscheidet, welches Material überhaupt als trittstufentauglich angeboten werden darf. Auch das Verfahren zur Bestimmung von Dimensionen und Holzfeuchte gehört zu den Inhalten der Norm.
Normen & Vorgaben
Im Treppenbau ist diese Sortierung die Grundlage jeder seriösen Materialbestellung. DIN 68368 regelt den zulässigen Umfang von Ästen, Rissen, Splintholzanteilen, Verfärbungen, Harzgallen und Markstrahlen je nach Sortierklasse und gibt vor, wie diese Merkmale auf der Schnittfläche zu beurteilen sind. Wer eine Eichenstufe bestellt, weiß über die Norm, mit welchen optischen Eigenschaften er rechnen muss – die ansonsten freiwilligen Sortierregeln des Holzhandels werden vergleichbar. Besonders relevant wird sie, wenn Treppen klar lackiert oder geölt bleiben sollen: Bei nicht deckenden Oberflächen sind die optischen Anforderungen höher als bei pigmentierten Anstrichen, weil jedes Sortiermerkmal später am Bauteil sichtbar bleibt. So ergänzt die Norm die Härte- und Dauerhaftigkeitsklassifizierung anderer Regelwerke um den rein optischen Aspekt und vereinfacht die Mängelrüge.
Pflege & Hinweise
DIN 68368 steht im Treppenbau selten allein. Sie greift ineinander mit DIN 4074-1, die für tragende Holzbauteile die Güteklasse festlegt – Trittstufen aus Vollholz benötigen üblicherweise mindestens Güteklasse 1 mit regelmäßigem Faserverlauf. Beim Verleimen mehrerer Lamellen zu einer Massivholzstufe verweist die Treppenbau-Praxis auf DIN EN 204, mindestens Beanspruchungsgruppe D3. Werden Stufen aus Furniersperrholz hergestellt, gelten DIN 68705-3 und DIN 68705-5 als Bezugsdokumente. Die statische Bemessung läuft über DIN 1052 und DIN 1055; die ausführungstechnische Schnittstelle zum Bauvertrag bildet DIN 18334. DIN 68368 ist damit Teil eines Normenverbunds, kein Einzeldokument.
HTS-Praxis
Wir bei HTS bestellen Treppenholz grundsätzlich nach den Sortierregeln, die DIN 68368 vorgibt. Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Räuchereiche, Kirschbaum und Nussbaum kommen aus geprüften Quellen mit nachvollziehbarer Herkunft; bei Sonderwünschen wie astigen Eichendielen oder ausgesucht ruhigem Stammbild vereinbaren wir die Abweichung von der Standardsortierung schriftlich mit unseren Kunden, gerne anhand von Musterbrettern. Splintanteile lassen wir nur dort zu, wo Holzart und gewähltes Finish es erlauben. Vor der Fertigung prüfen wir jedes Brett auf Holzfeuchte, Farbverlauf und Faserlage, und Stufen verleimen wir lamellenweise in der Breite, damit sich die Massivholzstufe später nicht stärker verzieht als zulässig. So entspricht jede ausgelieferte Treppe der vereinbarten Sortierklasse – ohne Diskussion über die Optik nach dem Einbau und mit klarer Grundlage für jede spätere Reklamation.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Eiche, Buche, Esche, Massivholzstufe, Trittstufe, Dauerhaftigkeitsklasse.
