Massivholzstufe — Bauteil der Lauffläche
Kategorie: Bauteil der Lauffläche
Warum eine durchgehend massive Stufe Jahrzehnte hält, mehrfach abgeschliffen werden kann und welche Stärken HTS für welche Belastung wählt.
Definition
Eine Massivholzstufe ist eine Trittstufe, die in voller Dicke aus echtem Holz gefertigt wird – entweder als einteilige Vollholzbohle oder als in der Breite verleimte Lamellen-Stufe (Leimholz). Im Unterschied zu furnierten oder beschichteten Trittstufen besteht der gesamte Querschnitt aus dem gleichen Holz, sodass die Stufe nicht nur Belag, sondern tragendes Bauteil sein kann. Synonym wird auch von Vollholzstufe gesprochen, wenn der Kern keine Sperrholz- oder Spanplatten-Mittellage enthält.
HTS-Praxis
Für HTS ist die Massivholzstufe das Standardbauteil hochwertiger Wohnhaustreppen, weil sie reparaturfreundlich, formstabil und langlebig ist. Eine breitenverleimte Stufe arbeitet deutlich weniger als eine einteilige Bohle gleicher Breite, da sich das Quellen und Schwinden benachbarter Lamellen gegenseitig ausgleicht. Genau deshalb werden breite Trittflächen in der Werkstatt aus mehreren schmalen Riegeln zusammengesetzt; die Leimfugen erhalten zusätzlich eine Kronenfuge, damit sichtbares Aufreißen ausgeschlossen ist. Gegenüber furnierten Aufbauten erlaubt der durchgehende Holzkörper außerdem profilierte Vorderkanten, kräftige Überstände und eine Unterschneidung, ohne dass eine Decklage abplatzt.
Normen & Vorgaben
Die maßgeblichen Regeln für Werkstoff und Verleimung sind in DIN 4074-1 und DIN EN 204 verankert: Das verwendete Vollholz muss der Sortier-Güteklasse 1 entsprechen, also einen ruhigen, regelmäßigen Faserverlauf und nur eng begrenzte Astanteile aufweisen. Für die Breitenverleimung fordert DIN EN 204 mindestens die Beanspruchungsgruppe D3, also einen feuchtebeständigen Klebstoff, der kurzzeitiges Wasser aushält. Mindeststärken und Toleranzen für Trittstufen regeln DIN 18065 und DIN 18334; rechnerische Tragfähigkeit und maximale Stützweite ergeben sich aus DIN 1052 in Verbindung mit DIN 1055.
HTS-Praxis
In der Werkstatt von HTS werden Massivholzstufen je nach Bauart in 40 mm für eingestemmte Wohnhaustreppen, in 50 mm bei aufgesattelten Konstruktionen sowie bei gestemmten Bauarten ohne Setzstufe und in 60 mm bei besonders breiten Läufen oder stark beanspruchten Gewerbe-Einbauten gefertigt. Eingesetzt werden überwiegend heimische Laubhölzer wie Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Kirsche und Nussbaum, ergänzend Lärche und Kiefer. Die Lamellen werden auf stehende Jahresringe ausgerichtet, mit D3-Klebstoff verleimt und nach dem Aushärten plan gehobelt. Anschließend werden Format, Wangen-Einstemmungen und Setzstufen-Nuten auf der CNC-Maschine gefräst, die Vorderkante leicht gerundet und die Oberfläche mit Hartwachsöl oder Lack versiegelt. So entsteht ein Bauteil, das Maß hält und sich später beschädigungsarm in den Treppenkörper einfügen lässt.
Einordnung & Relevanz
Verwandte Begriffe: Trittstufe, Leimholz (Leimholzstufe), Massivholztreppe, Stufenstärke, Stufenvorderkante (Trittkante), Eiche.
HTS-Praxis
Die Pflege einer Massivholzstufe ist überschaubar: regelmäßiges Trockenwischen, jährliches Nachölen bei geölten Oberflächen, lokales Anschleifen bei tiefen Kratzern. Der entscheidende Vorteil gegenüber furnierten Belägen ist die Reparaturreserve – eine 40-mm-Stufe lässt sich mehrfach abziehen und neu beschichten, ohne dass eine Decklage durchbricht. Grenzen liegen dort, wo dauerhaft Feuchte oder starke UV-Einstrahlung wirken: Außenbereich, Pool oder dauerhaft offene Treppenräume erfordern stabilere Holzarten und engere Pflegeintervalle.
