Wandhandlauf — Umwehrung & Absturzschutz
Kategorie: Umwehrung & Absturzschutz
Wandseitiger Handlauf ohne eigenes Geländer — beidseitig griffbereit, an der Wandwange montiert, mit Fingerfreiheit zur Wand und sauberem Überstand.
Definition
Der Wandhandlauf ist ein Handlauf, der ohne eigenes Geländer-Tragwerk direkt an der Treppenwand befestigt wird. Synonym wird auch von einem wandseitigen Handlauf oder Wandlauf gesprochen. Im Unterschied zum geländertragenden Handlauf benötigt er keine Pfosten oder Stäbe, sondern stützt sich ausschließlich auf Wandkonsolen und -halter. Verwendet wird er typischerweise an der geschlossenen Wandseite einer Treppe, während die offene Seite ein vollständiges Geländer mit eigenem Handlauf erhält. So entsteht eine beidseitige Greifmöglichkeit ohne doppeltes Geländer.
Einordnung & Relevanz
In Wohnhäusern ist der Wandhandlauf der häufigste Begleiter der Wandwange — überall dort, wo eine Treppe einseitig an einer massiven Wand entlangführt, ist ein zweites freistehendes Geländer weder nötig noch erwünscht. Er sorgt dafür, dass auch die wandseitige Hand etwas zu greifen hat, was den Komfort und die Sicherheit beim Auf- und Absteigen spürbar erhöht. Im barrierefreien und altersgerechten Bauen wird ein zusätzlicher wandseitiger Handlauf zur Pflicht: Treppen müssen dann beidseitig durchgehende Handläufe haben, weil viele Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit beide Hände gleichzeitig abstützen. Auch in mehrgeschossigen Wohnhäusern und in Treppenräumen mit hohem Personenaufkommen wird er zunehmend zur Selbstverständlichkeit. Der Wandhandlauf grenzt sich vom Geländerhandlauf als Teil eines Geländers und vom Brüstungshandlauf, der oben auf einer Brüstung verläuft, klar ab.
Normen & Vorgaben
Maßgeblich ist die DIN 18040 für barrierefreies Bauen: Sie verlangt Handläufe an beiden Seiten der Treppe und einen waagerechten Überstand von rund 30 cm über Antritt und Austritt hinaus, damit die Hand vor dem ersten Schritt und nach dem letzten Schritt sicher geführt wird. Der lichte Abstand zwischen Handlauf und Wand — die Fingerfreiheit — soll mindestens 50 mm betragen, damit die Hand beim Umfassen nicht eingeklemmt wird. Auch in nicht barrierefreien Privattreppen orientiert sich HTS an dieser Geometrie, weil sie ergonomisch ist und sich im Alltag bewährt hat. Ergänzend gilt die DIN 18065 für die Maße notwendiger Treppen.
HTS-Praxis
Bei HTS fertigen wir Wandhandläufe in den gleichen Holzarten wie die zugehörige Treppe — meist Eiche, Buche, Esche oder Ahorn — sodass Treppe und Handlauf optisch eine Einheit bilden. Auch Edelstahl-Wandhandläufe oder Kombinationen aus Holz auf Stahlträger sind möglich, ebenso pulverbeschichtete Varianten in Wunschfarbe. Üblich sind Profile mit gut greifbarem Querschnitt, häufig oval oder mit abgeflachter Unterseite, damit die Hand sicher gleitet und nicht abrutscht. Die Wandhalter werden so gesetzt, dass die geforderte Fingerfreiheit eingehalten wird und der Handlauf der Steigung sauber folgt. An Antritts- und Austrittspunkten verziehen wir den Lauf bei Bedarf mit einem Krümmling in die Waagerechte, statt ihn hart enden zu lassen. Endkappen, Wandanschlüsse und Stoßstellen werden in unserer Werkstatt vorgefertigt und vor Ort millimetergenau eingepasst, sodass auch lange Läufe stoßfrei wirken.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Handlauf, Geländerhandlauf, Brüstungshandlauf, Fingerfreiheit, DIN 18040, Krümmling.
