Geländerhandlauf — Umwehrung & Absturzschutz
Kategorie: Umwehrung & Absturzschutz
Aufgesetzter Handlauf auf Stäben oder Pfosten — wie wir bei HTS Profil, Höhe und Stoßfugen am Krümmling sauber zusammenführen.
Definition
Als Geländerhandlauf bezeichnen wir den Handlauf, der oben auf den Geländerstäben oder zwischen Antritt- und Austrittpfosten geführt wird. Er bildet den oberen Abschluss des Geländers und übernimmt zwei Aufgaben gleichzeitig: ergonomische Griffhilfe beim Auf- und Absteigen sowie konstruktiver Riegel der Absturzsicherung. Im Sprachgebrauch tauchen auch die Bezeichnungen Aufsatzhandlauf oder schlicht Treppenhandlauf auf — gemeint ist immer derselbe, mit dem Unterbau verbundene Holzlauf entlang der Treppenseite. Vom Wandhandlauf grenzt er sich klar ab: dieser wird mit Trägern direkt an die Wand geschraubt, der Geländerhandlauf dagegen ist Teil des freistehenden Geländerrahmens.
Einordnung & Relevanz
In der Praxis ist der Geländerhandlauf der häufigste Handlauftyp im Treppenhaus, weil er sich an Wangentreppen, gewendelten Treppen und Podesttreppen gleichermaßen sauber führen lässt. Das Profil muss greiffreundlich sein, also weder zu rund noch zu kantig, und sich der Treppenneigung anpassen. Bei verzogenen oder gewendelten Läufen folgt der Handlauf der Freiwange — über jedem Wangenkrümmling sitzt ein Handlaufkrümmling mit gleichem Krümmungsradius. Den Übergang zwischen geradem Handlaufstück und Krümmling führen wir bevorzugt als Winkelstoß aus; ein Senkelstoß öffnet sich bei späteren Setzbewegungen leichter und stört dann das Gleiten der Hand entlang der Fuge.
Normen & Vorgaben
Die Oberkante liegt bei Wohngebäuden in der Regel 90 cm über der Stufenvorderkante, ab einer Absturzhöhe von mehr als zwölf Metern verlangen die Bauordnungen 110 cm. Maße, Höhe und Befestigungspunkte ergeben sich aus DIN 18065 sowie den ergänzenden Anforderungen der Landesbauordnungen; bei barrierefreien Treppen kommen die Vorgaben aus DIN 18040 hinzu, die für eine zweite Greifhöhe sorgen können. Statisch ist der Handlauf Teil eines Rahmens, der waagerechte Holmlasten beim Anlehnen, Längskräfte beim Festhalten und senkrechte Biegung gleichzeitig aufnehmen muss — entsprechend wird er stoßfest mit Pfosten und gegebenenfalls Krümmlingen verbunden, damit das Geländer die geforderte Holmlast sicher abträgt.
HTS-Praxis
Bei HTS fertigen wir den Geländerhandlauf passend zur Treppenholzart, meist aus Eiche, Buche oder Esche; auf Wunsch auch in Ahorn oder Räuchereiche. Übliche Querschnitte liegen bei rund 50 bis 60 Millimetern Breite und 40 bis 50 Millimetern Höhe, leicht gerundet und mit angearbeiteten Hohlkehlen für satten Griff. Schlankere Profile mit etwa 40 Millimetern Breite setzen wir ein, wenn das Geländer optisch zurücktreten soll, etwa über filigranen Edelstahlstäben. Die Verbindung zu den Pfosten setzen wir mit Zapfen, Dübeln und Leim — bei Bedarf zusätzlich mit verdeckten Spannschrauben, damit die Stoßstelle dauerhaft fugendicht bleibt. An gewendelten Abschnitten leimen wir den Krümmlingsrohling oft gleich aus dem breiteren Wangenrohling heraus, sodass Maserung und Profil über die Stoßfuge durchlaufen. Die Profilierung selbst entsteht je nach Stückzahl an der Handoberfräse oder am CNC-Bearbeitungszentrum; das Schleifen folgt anschließend in mehreren Körnungen, bevor wir Öl, Hartwachsöl oder Lack auftragen. Wer ein zurückhaltendes Erscheinungsbild bevorzugt, erhält schlichte, leicht ovale Profile mit kleinem Radius; bei klassischen Treppen arbeiten wir tiefere Profilierungen mit Wulst und Kehle, die sich gut greifen lassen und einen ruhigen Schattenverlauf zeichnen.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Handlauf, Geländer, Geländerhöhe, Geländerstab, Krümmling, Antrittpfosten.
