Renovierungsstufe — Modernisierung & Erneuerung
Kategorie: Modernisierung & Erneuerung
Erneuerung der Treppe ohne Demontage: dünne Auflagestufen werden direkt auf den Bestand gesetzt — in ein bis zwei Tagen wieder begehbar.
Einordnung & Relevanz
Eine Renovierungsstufe ist eine vorgefertigte, deutlich dünnere Trittstufe, die zur Aufdopplung auf eine bestehende, abgenutzte Treppe geschraubt oder geklebt wird. Synonym wird der Begriff "Belagstufe" oder "Auflagestufe" verwendet. Mit Stärken im Bereich von etwa 15 bis 20 mm bleibt die ursprüngliche Steigung weitgehend erhalten, während Optik und Trittfläche komplett erneuert werden. Renovierungsstufen sind als abgestimmtes System aus Trittstufe, passender Setzstufe und Stufenkantenprofil erhältlich.
Renovierungsstufen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn eine vorhandene Holz- oder Betontreppe in ihrer Tragstruktur intakt, an der Oberfläche aber verschlissen, ausgetreten oder optisch unzeitgemäß ist. Im Gegensatz zu einer kompletten Treppenrenovierung mit Demontage erfordert die Aufdopplung weder Stemmarbeiten noch lange Bauzeit, sodass die Treppe meist innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder begehbar ist. Abzugrenzen ist die Renovierungsstufe von der klassischen Massivholzstufe als Vollstufe einer Neutreppe: Die Renovierungsstufe ist tragend nicht erforderlich, sondern verbleibt als oberer Belag auf der bestehenden Konstruktion. Wichtig ist dabei der Höhenausgleich am Antritt, weil die zusätzliche Stärke die erste oder letzte Steigung verändert.
Auch bei einer Aufdopplung gelten die geometrischen Anforderungen der DIN 18065 weiter, sofern die Treppe als notwendige Treppe baurechtlich relevant ist. Die zusätzliche Stufenstärke verändert die Steigungshöhen am Antritt und Austritt, weshalb der Höhenausgleich rechnerisch geprüft werden sollte. Bei öffentlich zugänglichen oder barrierefreien Treppen sind außerdem Vorgaben aus der DIN 18040 zu beachten, insbesondere zur Rutschhemmung und zur visuellen Kontrastierung der Stufenvorderkante. Die Renovierungsstufe selbst ist normativ kein eigenes Bauteil, sie wird wie ein Stufenbelag behandelt.
HTS-Praxis
HTS fertigt Renovierungsstufen passgenau für jede Bestandstreppe nach individuellem Aufmaß. Wir setzen bevorzugt auf Massivholzstufen aus heimischer Eiche, Buche oder Esche, alternativ kommen CPL- oder HPL-beschichtete Trägerplatten zum Einsatz, wenn eine besonders abriebfeste Oberfläche gewünscht ist. Die typische Stärke der Trittauflage liegt im Bereich von 15 bis 20 mm, die zugehörige Setzstufe wird in geringerer Stärke ausgeführt, damit der Übergang sauber abschließt. An der Vorderkante kommt ein passendes Treppenkantenprofil aus Holz oder Aluminium zum Einsatz, das sowohl mechanischen Schutz als auch eine definierte Stufenvorderkante bietet. Befestigt werden die Auflagen mit Konstruktionsklebstoff, ergänzt durch verdeckte Verschraubung. Die Oberflächenbehandlung erfolgt wahlweise als Öl, Hartwachsöl oder Lack, den Ton stimmen wir auf vorhandene Bodenbeläge oder Geländer ab.
Eine Aufdopplung mit Renovierungsstufen setzt eine tragfähige, formstabile Bestandstreppe voraus; bei losen Stufen, durchgebogenen Wangen oder feuchtebedingten Schäden ist eine vollständige Treppenrenovierung sinnvoller. Auch die zusätzliche Stufenstärke verändert das Steigungsverhältnis der ersten und letzten Stufe minimal, was bei sehr beengten Geschosshöhen oder vorhandenen Türlaibungen relevant werden kann. Knarrgeräusche der Altkonstruktion lassen sich durch die Auflage zwar dämpfen, aber nicht vollständig eliminieren. Die endgültige Materialwahl orientiert sich am Nutzungsgrad und an gestalterischen Vorgaben.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: Aufdopplung, Treppenrenovierung, Trittstufe, Setzstufe, Treppenkantenprofil, Massivholzstufe.
