Zweiläufige gegenläufige Treppe — Grundriss-Variante
Kategorie: Grundriss-Variante
Zwei parallele Läufe, dazwischen ein Wechsel um 180° – die kompakte Treppenform fürs Treppenhaus mit klarer Wegeführung und sparsamem Grundriss.
Definition
Die zweiläufige gegenläufige Treppe – häufig als U-Treppe bezeichnet – setzt sich aus zwei Treppenläufen zusammen, die im Grundriss parallel nebeneinander liegen und über einen Richtungswechsel von 180° miteinander verbunden sind. Der zweite Lauf führt also genau in die entgegengesetzte Richtung des ersten zurück. Der Wechsel erfolgt entweder über ein Zwischenpodest oder über einen halbgewendelten Bereich, in dem die Stufen radial verzogen werden. Beide Bauarten erzeugen den gleichen Etagenanschluss, unterscheiden sich aber in Lauflänge, Komfort und benötigtem Treppenauge.
Einordnung & Relevanz
Im Treppenbau ist diese Form eine der häufigsten Lösungen für mehrgeschossige Wohnhäuser, weil sie die Geschosshöhe auf engem Grundriss bewältigt und gleichzeitig einen ruhigen, klaren Bewegungsablauf zulässt. Gegenüber einer einläufigen geraden Treppe spart sie deutlich Lauflänge in einer Richtung und passt damit auch in schmale Treppenhäuser, die nicht über die volle Geschosshöhe gerade durchlaufen können. Gegenüber einer abgewinkelten L-Treppe bietet die gegenläufige Variante mehr Komfort und ein nutzbares Treppenauge für Lichtführung, einen geraden Geländerverlauf oder das Durchreichen von Möbeln. Die Variante mit Zwischenpodest gilt als besonders bequem, weil sie eine echte Pause im Aufstieg schafft und sich gut für längere Steigungen sowie für Familien mit Kindern oder älteren Bewohnern eignet. Die halbgewendelte Ausführung verkürzt die Lauflänge, verlangt aber sauberes Verziehen der Wendelstufen und einen sorgfältig geplanten Krümmling im Handlauf.
Normen & Vorgaben
Für Treppen in Wohngebäuden gelten die Maßvorgaben der DIN 18065. Sie regelt unter anderem nutzbare Laufbreiten, Geländerhöhen und das zulässige Steigungsverhältnis. Bei der gegenläufigen Variante ist zusätzlich die lichte Höhe über dem Wendel- oder Podestbereich zu prüfen, damit die Kopfhöhe auch beim Übergang in den zweiten Lauf gewahrt bleibt. Wir achten in der Planung darauf, dass Schrittmaß, Auftritt und Steigung über beide Läufe identisch durchlaufen, weil ein wechselndes Steigungsverhältnis als unangenehm empfunden wird und im Wohnungsbau nicht zulässig ist.
HTS-Praxis
HTS fertigt die zweiläufige gegenläufige Treppe in der Regel als Wangentreppe aus Massivholz – häufig in Eiche, Buche oder Esche – wahlweise mit oder ohne Setzstufen für eine offene oder geschlossene Optik. Die Wangen werden eingestemmt oder aufgesattelt, je nachdem ob ein klassisches oder ein moderneres Erscheinungsbild gewünscht ist. Das Zwischenpodest tragen wir je nach Statik auf einer Pfostenstütze, einer Wandkonstruktion oder als selbsttragenden Holzkasten aus, abgestimmt auf die örtliche Decken- und Wandsituation. Bei der gewendelten Variante zeichnen wir den Verzug rechnerisch oder grafisch und passen den Krümmling im Handlauf an die tatsächliche Geometrie an. Aufmaß, Werkstattfertigung und Montage stimmen wir auf den jeweiligen Treppenraum ab, sodass auch enge Deckenöffnungen sauber bedient werden. Auf Wunsch kombinieren wir die Holzkonstruktion mit Stahlpfosten oder einer Glasfüllung im Geländer.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe: U-Treppe (Zweiläufige Treppe), Zwischenpodest, Halbgewendelte Treppe, Zweiläufige abgewinkelte Treppe (L-Treppe), DIN 18065, Krümmling.
