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Zwischenpodest — Bauteil der Lauffläche

Kategorie: Bauteil der Lauffläche

Trittfläche zwischen zwei Treppenläufen: wann verlangt die DIN ein Zwischenpodest, wie tief muss es sein und wie binden wir es in Wangentreppen ein?

Definition

Ein Zwischenpodest ist eine ebene, begehbare Trittfläche, die zwei aufeinanderfolgende Treppenläufe innerhalb derselben Geschosshöhe miteinander verbindet. Synonym wird der Ausdruck Ruhepodest verwendet, weil die Fläche dem Nutzer eine kurze Pause zwischen zwei Steigfolgen ermöglicht. Anders als das Geschosspodest, das einen Lauf am oberen oder unteren Geschossrand abschließt, sitzt das Zwischenpodest mittendrin im Treppenraum und verändert dort meist auch die Laufrichtung – etwa bei einer gegenläufigen U-Treppe, einer abgewinkelten L-Treppe oder bei dreiläufigen Anlagen mit zwei eingeschobenen Absätzen.

Einordnung & Relevanz

Im Treppenbau übernimmt das Zwischenpodest zwei Aufgaben gleichzeitig: Richtungswechsel und körperliche Erholung. Ohne diese Trittfläche müsste der komplette Höhenunterschied in einem einzigen geraden Lauf überwunden werden, was bei hohen Geschossen zu unbequemen, oft auch zu langen Treppen führt. Die Lage des Podests beeinflusst zudem den Verlauf von Wangen und Handlauf – ergeben die Anschlussmaße zusammengenommen genau eine Auftrittsbreite, dann gehen die Linien meist knickfrei vom Lauf in das Podest über. Abzugrenzen ist das Zwischenpodest vom Antritts- und Austrittsabsatz sowie vom Wendelbereich gewendelter Treppen, der den Richtungswechsel ohne ebene Fläche allein über keilförmig zugeschnittene Wendelstufen löst.

Normen & Vorgaben

Die DIN 18065 regelt, wann ein Zwischenpodest zwingend einzubauen ist. Bei bauaufsichtlich notwendigen Treppen in Gebäuden im Allgemeinen verlangt sie spätestens nach achtzehn Steigungen einen Treppenabsatz; für Ein- und Zweifamilienhäuser nennt die Norm dazu keinen festen Schwellenwert. Die Mindesttiefe richtet sich nach der Auftrittsbreite des anschließenden Laufs – als Faustwert gelten drei Auftritte für allgemeine Gebäude, etwa zweieinhalb Auftritte für Treppen innerhalb von Wohnungen. Die nutzbare Podestbreite darf nicht hinter der Laufbreite zurueckbleiben; das Mass wird laengs der Anschluss-Knicklinie zum Treppenlauf abgegriffen. Bei abgewinkelten Läufen darf die Podesttiefe die Laufbreite um höchstens zehn Zentimeter überschreiten, sonst wirkt das Podest unverhältnismäßig groß.

HTS-Praxis

HTS plant Zwischenpodeste immer zusammen mit der Tragkonstruktion der Wangen. Bei einer zweiläufigen gestemmten Holztreppe setzen wir je eine Spannschraube am Treppenanfang, am Podest sowie kurz vor dem Austritt; auf dreiläufigen Anlagen führen wir an jedem Podest eine zusätzliche M10-Verschraubung aus, damit der Wangenverbund zugfest bleibt. Konstruktiv setzen wir das Podest entweder als reine Holzkonstruktion mit Balkenlage zwischen Maueraufflagern um oder wir belegen ein bauseits vorhandenes Stahlbetonpodest passgenau mit Massivholzplatten und einem umlaufenden Stoßprofil. Vor der Fertigung prüfen wir zeichnerisch, ob die Übergänge von Wange und Handlauf am Podestpunkt sauber durchlaufen – ist die Podesttiefe zu knapp, planen wir sie als ganzzahliges Vielfaches der Mindesttiefe größer. Trittschallschutz an den Auflagern und ausreichende Kopffreiheit über dem Podest gehören für uns zur Standardprüfung beim Aufmaß.

Verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe: Podest, Podesttreppe, Geschosshöhe, Schrittmaßregel, U-Treppe (Zweiläufige Treppe), Spannschraube (Treppenbau).

Häufige Fragen zu diesem Thema

  • Wie viele Stufen darf eine Treppe ohne Podest haben?

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